Videoportraits Notreisender in Salzburg

PRÄSENTATION & DISKUSSION

10. NOVEMBER 2015 um 19 UHR in DAS KINO / SALZBURG

In der Reihe Salty Doks von Studio West präsentieren wir unser Video-Projekt und laden zur Diskussion ein. In acht sehr persönlichen Videoportraits wird Notreisenden, die sich im Sommer 2014 in Salzburg aufgehalten haben, eine Stimme und ein Gesicht gegeben. Im Anschluss bietet sich die Möglichkeit zum Gespräch mit Notreisenden, Vertreter*innen örtlicher Hilfsprojekte und Politiker*innen. Eintritt frei!

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Ein Projekt von

Runder Tisch für Menschenrechte und helix – forschung & beratung.

Eine Broschüre zum Projekt samt DVD mit allen Videos kann bei helix – forschung und beratung bestellt werden.

Alle Videos stehen auch als freier Download auf unserem vimeo-Kanal bereit.

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10 Gedanken zu “Videoportraits Notreisender in Salzburg

  1. Danke für den Input der anderen Seite.

    Ich zB würde gern zu einer Besserung beitragen, bezweifle jedoch sehr oft diese dargestellte Situation.
    Ich beobachte die Situation der Platzeinnahme/Logistik tagtäglich, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, dass das Ganze nicht (gut) organisiert wird.
    Zudem frag ich mich wie diese Menschen Geld heimschicken. MoneyGram? BankTransfer? Kuvert?
    Die Bettlerei ist mAn ein hartes aber lukratives Geschäft – und genau dass es ein Geschäft ist hindert die Menschen denen zu Helfen die es wohl nötig hätten usw. Österreich ist für seine Spenden-Großzügigkeit bekannt (siehe Licht ins Dunkel). Trotzdem herrscht eine starke Skepsis diesen Leuten gegenüber. Ich finde das sehr verständlich.
    Die Frage ist welche Mittel gefunden werden können um einerseits das organisierte Betteln zu bekämpfen, und es andererseits zu ermöglichen Bettler zu unterstützen. Sei es mit Coupons für teilnehmende Geschäfte, Arbeit, integration etc.

    Auf alle fälle ein wertvoller Beitrag in dieser Politdebatte

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  2. lieber Nikolai, wir haben bei diesen Gesprächen mit Notreisenden in Salzburg nicht den Anspruch gehabt, Wahrheiten hinter den Wahrheiten zu recherchieren. Ob und in welcher Form es sich dabei um kriminelle Organisationsformen von Betteln handelt, konnten und wollten wir mit unseren äußerst bescheidenen Mitteln nicht aufdecken. Tatsache ist jedoch, dass in keinem einzigen der insgesamt 15 ausführlichen Gesprächsrunden kein einziger Hinweis darauf zu finden ist, dass ausbeuterische Motive und/oder Manipulationen zugrunde liegen.
    ad Bettelerlöse: Durchgängige Aussage ist weiters, dass die zu lukrierenden Erlöse für Bettelei sehr bescheiden sind.
    ad Geldtransfer: In der Regel, so die Erzählung der beteiligten Notreisenden, schicken sie Geld nach Hause, ja, aber nicht über Western oder sonstige Finanzinstitute, sondern über private Kanäle –> wer heimfährt, nimmt von den anderen was mit und überbringt das vor Ort. Das ist im Rahmen der familiären oder nachbarschaftlichen Organisation wechselseitiger Hilfe ein häufig zu beobachtender Usus.
    ad Unterstützungsmöglichkeiten: Überwiegend suchen Notreisende Arbeit; die adäquateste Form der Unterstützung ist es, Aushilfstätigkeiten oder Erwerbsarbeit zu vermitteln und so Alternativen zum Betteln zu realisieren –> günstiger Weise angemeldet mittels Dienstleistungs-Scheck (kann in jast jeder Trafik erworben werden und kostet nicht viel!)
    ad Coupons: Mit Coupons ist es möglich, das Überleben am Zielort der Notreisen zu verbessern. Den eigentlichen Zweck der Notreisen, die Unterstützung der zuhausegebliebenen Familie, wird man/frau damit jedoch verfehlen.

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  3. Ja leider wird Rumänien so wie viele andere Länder gerade wirtschaftlich und gesellschaftlich durch Korruption stranguliert und die meisten finden das komplett selbstverständlich. Klar dass dann die ehrlich arbeitenden Menschen die dummen sind und für die sozial schwachen nichts übrig bleibt. Preisfrage : Wie kann man das ändern ????
    Thema Bettler : Ich gebe meistens eine Kleinigkeit weil ich sehr froh und dankbar bin nicht in der Situation dieser Menschen zu sein. Sicher habe ich mein Leben lang gearbeitet, aber viele Zu-und Umstände, dass ich dadurch ein gutes Auskommen habe, habe ich nicht selbst beeinflussen können. Ich hatte einfach Glück. Außerdem sind Bettler im Gegensatz zu kriminellen Banden, anständige Menschen oder wenigstens das kleinere Übel. Aber die Frage bleibt, wie unterscheidet man Mitleidsmaschen – Theater von echter Armut ?? Ich hab da auch schon einiges erlebt. Wie viel gibt man ? und was wäre nachhaltig ??

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  4. ‚Die Bettlerei ist mAn ein hartes aber lukratives Geschäft‘ – ‚Geschäft‘ ist nur ein anderes Wort für ‚Lebensunterhalt‘, genauso wie auch all die anderen Menschen mit ‚Geschäften‘ ihren Lebensunterhalt verdienen. Wie armselig kann man sein, daß man ausgerechnet den Ärmsten der Armen das Verdienen ihres Lebensunterhalts nicht erlauben will?

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    • leider gibt es für diese Armseligkeit so gut wie keine Grenze nach oben oder unten, wie aktuell in Salzburg beobachtet werden muss. Das jetzt diskutierte und absehbar in Recht gegossene sektorale Beispiel ist sicherlich nicht das letzte Beispiel für Diskriminierung, Hetze und Freibrief für Vertreibung von Menschen in Elend und auswegloser Armut.

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  5. Was würden Sie machen, wenn Sie in der Fremde, ohne Geld, Unterkunft, Schulbildung und Familie leben müssten ? Wahrscheinlich würden Sie sich mit den anderen Österreichern zu einer Gemeinschaft zusammenfinden und in Gruppen organisieren. Das wird Ihnen leider als Hinweis für organisiertes Betteln ausgelegt und Polizisten haben das Recht, Ihnen das erbettelte Geld wieder abzunehmen.

    Diese Menschen brauchen Anerkennung durch eine Arbeit und mehr Bildung. Vorschläge, wie das zu bewerkstelligen ist, würde ich hier gerne lesen.

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    • Danke für den Hinweis, leider aber ist es aus zivilgesellschaftlicher Sicht bestenfalls möglich, Anregungen in die Diskussion einzubringen und Vorschläge zu ventilieren. Jetzt aber war es für uns vordringlich, die Möglichkeit zu gewährleisten, hinzuschauen, hinzuhören und Hintergründe für Notreisen evident zu machen.

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  6. Spenden sind schön und gut. Es wird aber auch soziales Engagement brauche . Dazu muss man halt seinen Arsch aus der Komfortzone bewegen, wird aber auch reichlich belohnt.

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  7. Ich finde die Möglichkeit eines Dienstleistungs-Schecks (inkludierte Unfallversicherung) interessant, hatte bisher noch nicht davon gewusst. Ein Klick auf die Seite der Arbeiterkammer wirft aber fast mehr Fragen auf als er beantwortet:
    http://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitsvertraege/Dienstleistungs-Scheck.html

    „Die Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau überweist umgehend die Summe der eingereichten Dienstleistungsschecks auf ein Girokonto oder – soweit kein Konto vorhanden ist – mittels Postanweisung. “

    Wer will den zusätzlichen Behördenweg für 10-20 Euro machen?
    Wer von den Menschen die unter der Brücke schlafen hat ein Girokonto oder Postadresse?

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  8. Die Handlungsoption „Dienstleistungs-Scheck“ ist natürlich vor allem für jene Notreisenden interessant und realistisch, die eine zumindest mittelfristige Bleibeorientierung haben und sich z.B. in einem Untermietzimmer einmieten. Dass diese Strategie funktioniert und sowohl für die Notreisenden selbst als auch für unterstützungs- und förderwillige InländerInnen Vorteile bringt, zeigen einige wenige konkrete Beispiele, die derzeit bereits umgesetzt werden – alles noch in kleinem Rahmen und noch nicht in aller Öffentlichkeit vorzeigbar. Die ersten Pilotprojekte werden jedoch gut dokumentiert und bei nächster Gelegenheit präsentiert werden (wahrscheinlich in einer der Herbstnummern des APROPOS)

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